Axel Kwet und Manfred Niekisch (Hg.)
Amphibien und Reptilien der Neotropis. Entdeckungen deutschsprachiger Forscher in Mittel- und Südamerika
(Mertensiella-Band 23, Supplement zu Salamandra)
400 S., 21 x 29 cm, Hardcover, zahlr. farbige Abbildungen, Tabellen
Basilisken-Presse 2016
ISBN     978-3-941365-53-7
68,00 Euro
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Schier unermesslich scheinende Schätze an Gold, Silber und biologischen Ressourcen, wie das Brasilholz, standen am Anfang einer langen, zunächst vor allem auf Ausbeutung gerichteten Faszination der Europäer für Mittel- und Südamerika. Erste Impulse für wissenschaftliche Forschung gab es ab der Mitte des 16. Jahrhunderts – und auch sie waren zunächst auf Ressourcenausbeutung gerichtet.

Einen regelrechten wissenschaftlichen Forschungsboom löste Alexander von Humboldt mit seiner Amerikareise (1799–1804) und den darüber veröffentlichten Berichten aus. Gerade die Erforschung der Lurche und Kriechtiere, war vor allem wissenschaftlich motiviert und weniger an wirtschaftlichen Interessen ausgerichtet, denn die ökonomische Bedeutung der Lurche und Kriechtiere war vergleichsweise gering. Allerdings soll nicht verschwiegen werden, dass die europäischen Sammler und Aufkäufer vor Ort ihre Reisen und teils auch ihren Lebensunterhalt durch den Verkauf gefangener Tiere finanzierten. Abnehmer waren reiche Privatleute, zoologische Sammlungen und Museen in Europa.

Im vorliegenden Band wird auf die deutschsprachigen Pioniere der herpetologischen Forschung in Mittel- und Südamerika ein Licht geworfen – von den Anfängen bis in die Gegenwart. Da die Autoren der einzelnen Artikel selbst Wissenschaftler sind, die über Reptilien und Amphibien der Neotropis forschen, zeichnen die Kapitel nicht nur die Biografien und Bilder der oft abenteuerlichen Lebensumstände und Reisebedingungen früher Forscher nach, sondern sie vermitteln auch Einblicke in deren große Bedeutung für die aktuelle, moderne Erforschung der Lurche und Kriechtiere der Neotropis.