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Im Westen wurde Mitte der 70er Jahre auf Vorschlag von Armin Geus (Marburg) und unter seiner weiteren organisatorischen Betreuung, aus dem "Kolloquium zu speziellen Fragen der Biologie-Geschichte" in Heidelberg - ursprünglich eine Lehrveranstaltung der Abteilung für Geschichte der Biologie (Hans Querner) - der "Arbeitskreis Biologie- Geschichte" gebildet. Damit waren überregionale Zusammenkünfte entstanden, an denen meist etwa 20 Interessierte teilnahmen. Zunächst traf man sich in Heidelberg, dann auch mehrmals in Marburg und in Mainz, wohin Gunter Mann (1924-1992) einlud. Einmal war Göttingen, ein anderes Mal Bochum Tagungsort. Durch den Medizinhistoriker Mann erfuhr die Biologie-Geschichte seit 1970 eine starke Förderung und erhielt viele Anregungen. Ein wesentlicher Schritt auf dem Wege zur Begründung des Faches Biologie-Geschichte war eine Arbeitstagung "Geschichte der Biologie" in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel im Oktober 1980.

War damit in Westdeutschland die Möglichkeit zu fachbezogenen Treffen der Biologie-HistorikerInnen und der an diesem Gebiet Interessierten seit etwa 1975 gegeben, so hatte ein Versuch in der DDR zunächst zu keinem positiven Ergebnis geführt. Ein Antrag zur Bildung einer speziellen Arbeitsgruppe für Biologiegeschichte im Rahmen der "Biologischen Gesellschaft in der DDR" Ende der 60er Jahre war wegen zu geringem Interesse der Biologen abgelehnt worden, wie auch die Initiative zur Gründung eines "Museums für Biologiegeschichte" nicht realisiert wurde. Erst 1985 griff der Präsident der Biologischen Gesellschaft, Lothar Kämpfe (Greifswald), einen Vorschlag zur Bildung einer Arbeitsgruppe für "Theorie und Geschichte" im Rahmen dieser Gesellschaft auf, der vom Präsidium vor allem im Hinblick darauf unterstützt wurde, neben den Fachsektionen auch ein Forum für die Diskussion fachübergreifender theoretischer Arbeiten zu gewinnen. Wegen der großen Anzahl von Interessenten wurde daraus bereits Anfang der 1986 eine eigene Sektion mit bald mehr als 100 Mitgliedern, die dann jährlich zwei Tagungen - abwechselnd mit historischen und theoretischen Themen - veranstaltete. Schon im Januar 1987 beteiligte sie sich auf der 13. Generalversammlung mit biologiehistorischen Beiträgen. Bei dieser Versammlung wurde erstmals eine Caspar-Friedrich-Wolff-Medaille verliehen. Den Festvorttrag wollte Georg Uschmann halten, er hatte sich mit den Arbeiten des bedeutenden Embryologen seit langem beschäftigt, doch sein Tod am 23. September 1986 vereitelte dies Vorhaben. Ilse Jahn übernahm die Aufgabe und weiterhin die Vetretung der Biologiegeschichte im Präsidium der "Biologischen Gesellschaft". Da sie ab 1982 in den Westen reisen konnte und an mehereren dortigen Veranstaltungen teilnahm, war eine - zunächst lose - Verbindung zwischen deren Arbeitsgruppe und dem westdeutschen Arbeitskreis gegeben, die schließlich zur Gründung der gesamtdeutschen Gesellschaft (DGGTB) im Jahre 1991 führte. Die Gründungsversammlung in Jena fand ein europaweites Echo; sie war von 60 Personen besucht und konnte 145 Gründungsmitglieder aufweisen, u.a. aus den Niederlanden, Frankreich, Liechtenstein, Österreich, der Schweiz, der Tschechoslowakei und den USA.

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Deutsche Gesellschaft für Geschichte und Theorie der Biologe e.V.
 
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