Jahrbuch für Geschichte und Theorie der Biologie 7

Engels, Eve-Marie; Gutmann, Mathias; Weingarten, Michael (Hg.)
Jahrbuch für Geschichte und Theorie der Biologie 7 / 2000
200 S., 17 x 24 cm, 36 Abb. u. Tab
VWB-Verlag, Berlin 2000
ISBN 3-86135-367-9
27,00 Euro
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Themenschwerpunkt: Fortsetzung: Konstitutive Metaphern in den Biowissenschaften

Der hier vorliegende siebente Band des Jahrbuches enthält wiederum einige Neuerungen. Zum einen sollen künftig auch Rezensionen – von einzelnen wichtigen biologiehistorischen oder biotheoretischen Büchern oder Sammelrezensionen, die wichtige Neuerscheinungen zu einem Thema vorstellen – in dem Jahrbuch abgedruckt werden. Zum zweiten soll, wenn irgend möglich, nun in jedem Jahrbuch ein mit einem Kommentar oder einer Einführung versehener Aufsatz wiederveröffentlicht werden, in dem Themen behandelt werden, die für die gegenwärtige Debatte immer noch oder wieder wichtig sind. Den Anfang macht in diesem Jahrbuch ein Aufsatz von Adolf Portmann, in dem die Technisierung des Lebendigen problematisiert wird – ein angesichts der bio- und gentechnischen Möglichkeiten gewiss weiter zu analysierendes Gebiet. Gerd Friedrich wird im nächsten Jahrbuch die hier von ihm nur kurz angedeuteten systematischen Überlegungen Portmanns weiter entfalten.

Den Hauptteil dieses Jahrbuches bilden zwei Abschlussarbeiten. Martin Langanke fragt nach den methodischen Grundlagen des Vergleichens. Es ist schon erstaunlich, dass zu diesem Problembereich nur ganz wenige systematische Arbeiten vorliegen, obwohl jedem biowissenschaftlich Arbeitenden klar ist, dass es sich bei den Verfahren des Vergleichens um unverzichtbare Grundlagen nicht nur der Biowissenschaften, sondern jeglicher Wissenschaften handelt. Die zweite, von Matthias Wolf vorgelegte Arbeit stößt ebenfalls – wenn auch in anderer Weise – in eine biotheoretische und biohistorische Lücke: Fallstudien, die sich mit der Genese einzelner Disziplinen beschäftigen, können ein differenzierteres Bild der Biowissenschaften zeigen, in dem nicht mehr die Vorstellung dominiert, es gäbe den einen, natürlich vorfindlichen Gegenstand, mit dem sich die einzelnen biologischen Disziplinen in je eigener Weise beschäftigen, um dann am Ende der Forschung eine vollständige Repräsentation des Gegenstandes der Biologie zu erstellen. Vielmehr verweist die Rekonstruktion der Genese von Disziplinen auf Differenzierungen in den Zwecken der Forschung, die die Vorstellung des als identisch unterstellten Gegenstandes der Biologie immer fragwürdiger erscheinen lassen zugunsten der Behauptung, dass je nach disziplinären Zwecken auch die Gegenstände verschieden sind, die Redeweise von der Biologie ersetzt werden müsste, vielleicht sogar sollte durch die Redeweise von den Biowissenschaften. Diesem Problem des Gegenstandes oder der Gegenstände biowissenschaftlicher Forschung wird eines der nächsten Jahrbücher gewidmet sein. […]

Inhalt

Vorbemerkung S. 5 – 6
Martin Langanke
Die Natur ordnen. Zu Genese und Status der biologischen
Systematik
S. 7 – 92
Matthias Wolf
Protozoologie im Blickwinkel der Wissenschaftstheorie. Geschichte und Konzept einer biologischen Disziplin
S. 93 – 166
Peter Beurton
Gene – die Atome der Evolution?
S. 167 – 186
Gerd Friedrich
Sinn für Grenzen – Adolf Portmanns Kritik an der technisch gewordenen Biologie
S. 187 – 190
Adolf Portmann
Biologie als technische Weltmacht
S. 191 – 200
Alexander von Schwerin
Rezension von The Practices of Human Genetics
S. 201 – 208

 

 

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