Band 14 – Natur und Kultur & Biologie im Spannungsfeld von Naturphilosophie und Darwinismus

Kaasch, Joachim; Kaasch, Michael (Hg.)
Natur und Kultur & Biologie im Spannungsfeld von Naturphilosophie und Darwinismus. Beiträge zur 15. und 16. Jahrestagung der DGGTB
(Verhandlungen zur Geschichte und Theorie der Biologie 14)
521 S., 17 x 24 cm
VWB-Verlag, Berlin 2009
ISBN     978-3-86135-393-5
44,00 Euro
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Den komplexen Spannungsfeldern zwischen Natur und Kultur sowie zwischen Naturphilosophie und Darwinismus geht der Band mit Beiträgen auf den Jahrestagungen der Deutschen Gesellschaft für Geschichte und Theorie der Biologie 2006 und 2007 nach. Dabei wird aus verschiedenen Perspektiven das Verhältnis von Natur und Kultur zu unterschiedlichen Zeiten an Beispielen aus dem Naturschutz, der Gartenkultur, der Begriffs- und Sprachgeschichte sowie anhand von repräsentativen Buchprojekten und der Rolle des Films diskutiert.

Vertreter der Lebenswissenschaft im breiten Spektrum zwischen romantischer Naturphilosophie einerseits und Darwinscher Evolutionstheorie andererseits stehen im Mittelpunkt des zweiten Themenkomplexes. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Strukturen und das Wirken naturwissenschaftlicher Vereinigungen, wie z.B. der Naturforscherakademie Leopoldina, der Naturkundevereine in Hanau, Marburg, Frankfurt am Main, Wiesbaden, Gießen, Kassel, Offenbach, Fulda, Darmstadt und Mainz, sowie der Entomologen-Vereinigung Sachsen-Anhalt. Abhandlungen zu Fragen aus dem Umfeld der Darwinismus-Debatte (z.B. zur Konstruktion biologistischer und anthropomorpher Affenbilder), zu evolutions- bzw. systemtheoretischem Denken sowie zur Pflanzenkunde in der frühen Neuzeit und zur Rolle von Fehlinformationen in den Biowissenschaften an der Nahtstelle der politischen Systeme in Ost und West ergänzen den Band.


Inhalt

Michael Kaasch und Joachim Kaasch
Editorial
S. 7 – 8
15. Jahrestagung “Natur und Kultur” vom 22. bis 25. Juni 2006 in Neuburg an der Donau
Michael Kaasch und Joachim Kaasch
Natur und Kultur – Vorwort
S. 9 – 12
Dieter Mollenhauer
Kulturgut Natur
S. 13 – 38
Björn Brüsch
“Kenntnisse aus der Naturkunde … beynahe die einzige unschädliche Aufklärung”: Gartenkultur und Kultur im Garten im späten 18. Jahrhundert
S. 39 – 53
Andrea Siegmund
Vom Götterhain zum “wilden Gärtnern”. Die Geschichte der Wildnisvorstellungen in der Gartenkunst
S. 55 – 72
Margot Klemm
Natur und Gartenkultur – “Die Geschichte der Gärten” von Ferdinand Julius Cohn
S. 73 – 82
Michael Kaasch
Deutschland – Die natürlichen Grundlagen seiner Kultur: Ein Buchprojekt der Leopoldina in den späten 1920er Jahren
S. 83 – 111
Volker Schurig
Die Inflation des Wissenschaftsbegriffs “Ökologie”: Abstiegskriterium oder Wachstumsmerkmal?
S. 113 – 139
Peter M. Zigman
Ernst Haeckels Konzept der “Oecologie” in seinem Hauptwerk Generelle Morphologie der Organismen (1866)
S. 141 – 150
Hauke Bietz
Die quantitative Meeresforschung: Friedrich Dahl (1856–1929) und die wegweisende quantitative Studie in der Unterelbe
S. 151 – 162
Wolfgang Alt
Elementare Naturbeschreibung und kulturelle Begriffsbildung im indoiranisch-europäischen Sprachschatz
S. 163 – 179
Ilse Jahn und Isolde Schmidt
Was bedeutete die Erfindung der Filmtechnik seit Muybridge (1830–1904) für die Theorienbildung in der Biologie?
S. 181 – 189
Ariane Dröscher
“Was ist eine Zelle?” – Edmund B. Wilsons Diagramm als graphische Antwort
S. 191 – 201
Dieter Zissler
Naturwissenschaft und Poesie
S. 203 – 210
16. Jahrestagung “Biologie im Spannungsfeld von Naturphilosophie und Darwinismus” vom 28. Juni bis 1. Juli 2007 in Bonn
Michael Kaasch und Joachim Kaasch
Biologie im Spannungsfeld von Naturphilosophie und Darwinismus – Vorwort
S. 211 – 213
Rolf Löther
Darwin und das Alter der Erde
S. 215 – 223
Isolde Schmidt
“… Diß ist der schlechteste satz im buche …” – zur Rezeption von Darwins “Über den Ursprung der Arten …”
S. 225 – 235
Margot Klemm
Ferdinand Cohn im Spannungsfeld zwischen Naturphilosophie und Darwinismus
S. 237 – 248
Dieter Zissler
Friedrich Rolle (1827–1887), einer von Darwins Zunft und zudem einer der ersten in Deutschland
S. 249 – 255
Claudia Schweizer
Goethe – Sternberg – Nees von Esenbeck: Marksteine der prädarwinistischen Ära
S. 257 – 266
Henri Reiling
Über Blaschkas Glasmodelle und die zeitgenössische Naturgeschichte, mit einem Anhang über Brendels botanische Modelle
S. 267 – 282
Michael Kaasch
Der Dresdner Botaniker und Zoologe Ludwig Reichenbach und die “Legale Leopoldina” 1870–1875
S. 283 – 313
Jürgen H. Jungbluth
Die Rheinische Naturforschende Gesellschaft zu Mainz – eine Bürgergründung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Von der Gründung 1834 durch das 19. und 20. Jahrhundert in das 21. Jahrhundert
S. 315 – 322
Ayako Sakurai
Eine wissenschaftliche Einrichtung für Privatgelehrte – Malakologie an der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft (SNG) in Frankfurt am Main
S. 323 – 335
Jürgen H. Jungbluth
Die Klassischen Naturkundevereine in Hessen – Ihr Werden und ihr Beitrag zur biologisch-ökologischen Landeserforschung
S. 337 – 357
Michael Wallaschek
Die Entomologen-Vereinigung Sachsen-Anhalt e. V. (EVSA) und ihre Wurzeln
S. 359 – 380
Volker Schurig
Der Begriff des “Affen” als eine darwinistische Metapher
S. 381 – 415
Michael Gudo und Tareq Syed
Geltungsbereiche von Evolutionstheorien – Synthetische Theorie der Evolution und die Frankfurter Evolutionstheorie
S. 417 – 446
Holger Granz
Zur Rehabilitierung der Teleologie
S. 447 – 456
Brigitte Hoppe
Ansätze einer wissenschaftlichen Pflanzenkunde in der frühneuzeitlichen Botanik
S. 457 – 472
Anne Wessel
Die russischen Wurzeln der Systemtheorie – Anmerkungen zu A. A. Bogdanovs “Tektologie”
S. 473 – 487
Erhard Geissler
AIDS-Erreger aus dem Militärlabor – Ignoranz oder bewusste Desinformation?
S. 489 – 508
Personenregister S. 509 – 521

 

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