Band 3 – Repräsentationsformen in den biologischen Wissenschaften

Geus, Armin; Junker, Thomas; Rheinberger, Hans-Jörg; Riedl-Dorn, Christa; Weingarten, Michael (Hg.)
Repräsentationsformen in den biologischen Wissenschaften. Beiträge zur 5. Jahrestagung der DGGTB in Wien 1996 und zur 7. Jahrestagung in Neuburg a. d. Donau 1998
(Verhandlungen zur Geschichte und Theorie der Biologie 3)
324 S., 17 x 24 cm
VWB-Verlag, Berlin 1999
ISBN     978-3-86135-383-6
34,00 Euro
direkt beim Verlag bestellen

Formen visueller Repräsentation spielen in den Biowissenschaften eine große Rolle. Dabei geht es nicht nur um die Darstellung sichtbarer, makroskopischer oder mikroskopischer Sachverhalte. Es geht auch um die schematische Vergegenwärtigung unsichtbarer Strukturen und funktionaler Zusammenhänge. Und nicht zuletzt geht es um die kulturellen Kontexte, in denen die Erscheinungen des Lebens epochenspezifisch thematisiert und mit Bedeutung aufgeladen werden.

Die Beiträge dieses Bandes gehen zurück auf die 5. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Geschichte und Theorie der Biologie 1996 in Wien sowie auf die 7. Jahrestagung 1998 in Neuburg an der Donau. Sie umfassen Themen wie: historische Charakteristika von Darstellungsformen in der Biologie, mit Schwerpunkt vom 18. bis 20. Jahrhundert; die Entstehungsbedingungen und Auswirkungen von Techniken der Präparation, der zeichnerischen Abbildung, der Mikroskopie, der Photographie, der statistischen, mathematischen und symbolischen Datenpräsentation; die besonderen Darstellungsformen einzelner Disziplinen, wie etwa in Evolutionstheorie und Phylogenetik, Morphologie, Physiologie, Genetik, Biochemie, Mikrobiologie und Neurobiologie; das Verhältnis biologischer Objekte zu kulturspezifischen Symbolformen sowie zu zeitbedingten Formen räumlicher und instrumenteller Präsentation; Überlegungen zur Theorie biowissenschaftlicher Zeichensysteme und Symbolformen und zur Epistemologie der Repräsentation.

Inhalt

Hans Jörg Rheinberger (Berlin) und Armin Geus (Marburg)
Vorbemerkung
S. 5 – 6

Vorträge Themenschwerpunkt Wien
Thomas Junker
Repräsentationsformen in der modernen Biologiegeschichte: Kritische Anmerkungen
S. 7 – 18
Kristian Köchy
“Es gibt verschiedene Pfade durch das Labyrinth des Lebens”. Plädoyer für eine pluralistische Repräsentation des Organischen
S. 19 – 36
Margarete Maurer
Die Natur der Labor-Naturen oder: Wieviel Natur repräsentiert die Labor-Natur der experimentellen Biologie?
S. 37 – 50
Hans Hofmann und Hannes Rickli
Modellspur – Spurenmodell. Das Spannungsfeld zwischen Biologie und Kunst
S. 51 – 58
Anke te Heesen
Die Schränke des Kabinetseculums. Das Naturalien-Kabinett und seine Repräsentation im 18. Jahrhundert
S. 59 – 72
Andreas Mayer
Museale Inszenierung von anthropologischen Fiktionen: “Rasse” und “Menschheit” im Naturhistorischen Museum nach 1945
S. 73 – 88
Ilse Jahn
Die Problematik zeichnerischer Wiedergabe mikroskopischer Beobachtungen am Beispiel Karl Ernst Baers
S. 89 – 96
Ariane Dröscher
Zellstruktur oder Artefakt – Probleme der Visualisierung in der Zytologie
S. 97 – 102
Werner Sohn
Darstellung und Herstellung: Epistemologische Überlegungen zu Wilhelm Johannsens Konzept der reinen Linie
S. 103 – 116
Sarah Jansen
“Sozialparasiten” und “Tödlichkeitszahlen” – Zu Repräsentationsformen der Schädlingsbekämpfung in Deutschland, 1900–1925
S. 117 – 134

Vorträge Themenschwerpunkt Neuburg
Wolfgang Klausewitz
Spiegel des Lebens: Biologiegeschichte und Museum
S. 135 – 150
Dietrich von Knorre
Vom Objekt zur Sammlung – Forderungen an die sammlungsbezogene Dokumentation
S. 151 – 158
Susanne Köstering
Museumsbau und Museumsreform: Platzierung, Gebäude- und Raumkonzeptionen von Naturkundemuseen in Deutschland, 1871–1914
S. 159 – 176
Sabine und Hans Hackethal
Modelle als Zeugnisse biologischer Forschung und Lehre um 1900 – Neuzugänge in der Historischen Arbeitsstelle des Museums für Naturkunde Berlin
S. 177 – 190
Hermann Manitz
Das Herbarium Haussknecht – ein botanisches Museum von seiner privaten Gründung zu einer Universitätseinrichtung
S. 191 – 196
Ilse Jahn
Exposé eines nicht-realisierten “Museums für Geschichte der Biologie” in der DDR vor 30 Jahren
S. 197 – 202
Erika Krauße und Uwe Hoßfeld
Vom ‘Phyletischen Archiv’ (1912) zum ‘Institut für Geschichte der Medizin und Naturwissenschaft’ (1968). Das Memorialmuseum Ernst-Haeckel-Haus im Spannungsfeld von Wissenschaft und Ideologie
S. 203 – 232
Erhard Geißler und Susanne Hahn
Die Sachsenburg und der biologische Krieg
S. 233 – 244
Klaus Sander und Karl Peter Ohly
Horatio S. Greenough, Initiator des Stereomikroskops
S. 245 – 248

Freie Vorträge Wien und Neuburg
Dirk Backenköhler und Thomas Junker
‘Vermittler dieses allgemeinen geistigen Handels’: Darwins deutsche Verleger und Übersetzer bis 1882
S. 249 – 280
Astrid E. Schwarz
Gestaltsehen in der Ökologie
S. 281 – 290
Uwe Hoßfeld
Das botanische Sammel-Kommando der SS nach Russland 1943 oder: Ein Botaniker auf Abwegen
S. 291 – 312
Brigitte Steyer
Die Darstellung tierischer Verhaltensmuster bei Karl von Frisch (1886–1982)
S. 313 – 322
Autoren

 

 

 < Band 2
—  zum Seitenanfang  — Band 4 >