Band 4 – Evolutionsbiologie von Darwin bis heute

Brömer, Rainer; Hoßfeld, Uwe; Rupke, Nicolaas (Hg.)
Evolutionsbiologie von Darwin bis heute
(Verhandlungen zur Geschichte und Theorie der Biologie 4)
425 S., 17 x 24 cm
VWB-Verlag, Berlin 2000
ISBN     978-3-86135-382-9
34,00 Euro
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Charles Darwin veröffentlichte seine Evolutionstheorien zuerst im Jahre 1859. Zustimmung und vehemente Ablehnung wechselten sich in den Reaktionen sowohl der Wissenschaftlergemeinschaft als auch in der breiten Öffentlichkeit ab: Kaum jemand blieb in den folgenden Jahrzehnten unberührt vom “Kampf um den Entwicklungsgedanken” (Ernst Haeckel).

Dabei wetteiferten zahlreiche alternative Vorstellungen, die zu tief greifenden Modifikationen an Darwins ursprünglichem Theoriengebäude führten. In den Vierzigerjahren unseres Jahrhunderts wurde eine erste Synthese der wichtigsten Teilgebiete der Evolutionsforschung erreicht, die sich allerdings gerade in Deutschland nicht gleich durchsetzte. Auch in den letzten Jahrzehnten kam es zu weiteren wichtigen Differenzierungen.

Der vorliegende Band zeigt, wie seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts die Diskussion biologischer Theorien unauflöslich mit höchst unterschiedlichen soziopolitischen Entwicklungen auf der Nordhalbkugel der Erde zwischen Nordamerika und Sibirien verbunden war, wobei das Verhältnis der Wissenschaftspraxis zur Staatsräson in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts von bitterem, letztlich erfolglosem Widerstand (Sowjetunion) bis zu vorauseilendem Gehorsam (Deutschland) variierte.

Die gegenwärtige Machbarkeitsdebatte bezüglich biotechnischer Modifikationen der Menschheit beweist, daß die Geschichte des Darwinismus nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hat.

Inhalt

Vorwort S. 7 – 8
Rainer Brömer, Uwe Hoßfeld und Nicolaas A. Rupke
Einleitung
S. 9 – 18
Eve-Marie Engels
Charles Darwin in der deutschen Zeitschriftenliteratur des 19. Jahrhunderts – Ein Forschungsbericht
S. 19 – 58
Nicolaas A. Rupke
Zu einer Taxonomie der Darwin-Literatur nach ideologischen Merkmalen
S. 59 – 68
Erika Krauße
Pithecanthropus erectus DUBOIS (1891) in Evolutionsbiologie und Kunst
S. 69 – 88
Hermann Manitz
Frühe Stammbaumdarstellungen in der Botanik
S. 89 – 104
Mathias Gutmann und Michael Weingarten
Gibt es eine Darwinsche Theorie? Überlegungen zur Rekonstruktion von Theorie-Typen
S. 105 – 130
Gabriel Finkelstein
Kultur-Evolution bei Emil du Bois-Reymond
S. 131 – 136
Richard H. Beyler
Evolution als Problem für Quantenphysiker
S. 137 – 160
Helga Satzinger
Die blauäugige Drosophila – Ordnung, Zufall und Politik als Faktoren der Evolutionstheorie bei Cecile und Oskar Vogt und Elena und Nikolaj Timoféeff-Ressovsky am Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung Berlin 1925–1945
S. 161 – 196
Eduard I. Kolchinsky
Ausgewählte Aspekte der Modernen Synthese im russischen Sprachraum zwischen 1920 und 1940
S. 197 – 210
Eduard I. Kolchinsky
Kurzbiographien einiger Begründer der Evolutionssynthese in Rußland
S. 211 – 230
Thomas Junker und Uwe Hoßfeld
Synthetische Thorie und ‘Deutsche Biologie’: Einführender Essay
S. 231 – 248
Uwe Hoßfeld
Staatsbiologie, Rassenkunde und Moderne Synthese in Deutschland während der NS-Zeit
S. 249 – 306
Thomas Junker
Synthetische Theorie, Eugenik und NS-Biologie
S. 307 – 360
Wolf-Ernst Reif
Deutschsprachige Evolutions-Diskussion im Darwin-Jahr 1959
S. 361 – 396
Englische Zusammenfassungen S. 397 – 403
Hinweise zu den Autorinnen und Autoren S. 404 – 410
Namensregister S. 411


 

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