Band 8 – Die Entstehung biologischer Disziplinen I

Höxtermann, Ekkehard; Kaasch, Joachim; Kaasch, Michael (Hg.)
Die Entstehung biologischer Disziplinen I
(Verhandlungen zur Geschichte und Theorie der Biologie 8)
356 S., 17 x 24 cm
VWB-Verlag, Berlin 2002
ISBN     978-3-86135-387-4
34,00 Euro
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Die Deutsche Gesellschaft für Geschichte und Theorie der Biologie (DGGTB) führte im “Jahr der Lebenswissenschaften” 2001 ihre 10. Jahrestagung in Berlin, dem Ort ihres Gründungsaufrufs, durch. Auf Einladung der biologischen Institute der drei Berliner Universitäten sowie des Museums für Naturkunde, des Botanischen Gartens und Museums in Dahlem, des Zoologischen Gartens, des Tierparks Friedrichsfelde, des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte und der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin diskutierten die Tagungsteilnehmer “Die Entstehung biologischer Disziplinen”. Das Disziplinenspektrum der Biologie unterliegt einem steten Wandel. Neue Methoden, Objekte und Konzepte eröffnen neue Richtungen, die sich im Kontext sozialer Interessen verfestigen oder verflüchtigen. Waren in den vergangenen Jahren eher ausgewählte Einzeldisziplinen Gegenstand historischer und theoretischer Reflexionen, so wurden dieses Jahr allgemeine Merkmale der Bildung neuer Fächer abgeleitet und an zahlreichen historischen Fallbeispielen erörtert.

Die Einheit von wissenschaftstheoretischer Einführung und quellenkritischer Exemplifizierung durch führende Fachvertreter zeichnet den vorliegenden Band aus. Der bekannte Berliner Philosoph und Wissenschaftshistoriker Hubert Laitko erörtert Motive, Verläufe und Wirkungen von “Disziplinen als Strukturprinzip und Entwicklungsform der Wissenschaft”. Beiträge zur Geschichte der Systematischen Botanik (Gerhard Wagenitz), der Phykologie (Dieter Mollenhauer) und der Stadtökologie (Herbert Sukopp) behandeln Richtungen, um die sich in Sonderheit Berliner Biologen verdient machten. Das trifft ganz besonders auch für die Verhaltensbiologie zu, deren Mitbegründer Günter Tembrock die Entstehung seines Faches in Berlin schildert und weitreichende Perspektiven aufzeigt.

Der Band 8 fasst die Vorträge zur Geschichte der Botanik, der Ökologie und Naturschutzbiologie sowie zu ausgewählten Forschungsfeldern des 20. Jh. (Biochemie, Hormonforschung und Virologie) zusammen und stellt biologiehistorische Quellen im Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin-Dahlem vor. Weitere Tagungsbeiträge zum Begriff und System der Biologie, zur Geschichte der Evolutionsbiologie wie auch der Anatomie, Pathologie und Zoologie werden im Band 9 der Verhandlungen veröffentlicht.


Inhalt

1. Eröffnungs- und Grußworte 
Eve-Marie Engels
Eröffnung der 10. Jahrestagung der DGGTB
S. 9 – 12
Hans-Peter Schultze
Grußwort des Direktors des Museums für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin
S. 13 – 16
Stefan Exner
Grußwort des Vorsitzenden der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin
S. 17 – 18

2. Einführungsvortrag 
Hubert Laitko
Die Disziplin als Strukturprinzip und Entwicklungsform der Wissenschaft – Motive, Verläufe und Wirkungen von Disziplingenesen
S. 19 – 56

3. Zur Geschichte der Botanik 
Gerhard Wagenitz
Botanische Gärten und Herbarien und die Emanzipation der Botanik von der Medizin
S. 57 – 74
Alicja Zemanek
Changes of Paradigm of Botany at the Jagellonian University in Cracow/Poland (16th – 20th centuries)
S. 75 – 88
Frank Leimkugel
Otto Warburg und die Etablierung des Faches “Biblische Botanik” an der Hebräischen Universität in Jerusalem
S. 89 – 96
Dieter Mollenhauer
Phykologie – Blütezeiten und Ruhepausen einer Wissenschaft im Nebenamt (Fallbeispiel Grünalgen)
S. 97 – 166

4. Zur Geschichte der Ökologie und Naturschutzbiologie – Fachsitzung zur Geschichte der Stadtökologie
Herbert Sukopp
Biologische Untersuchungen in Städten – von der Naturgeschichte zur Stadtökologie
S. 167 – 186
Monika Wächter
Naturschutz in der Stadt – Entstehung und Problematik einer praxisbezogenen Forschungsrichtung
S. 187 – 200
Volker Schurig
“Naturschutzbiologie” – Zur Genese eines neuen biologischen Fachgebietes 1990 bis 2000
S. 201 – 214
Hauke Bietz und Karsten Reise
Pioniere der deutschen Wattenmeerforschung – eine Referenz für die heutige Zeit?
S. 215 – 224

5. Biologie im 20. Jahrhundert – Forschungsfelder und Quellen
Michael Kaasch
Von den Lehr- zu den Meisterjahren – Emil Abderhalden in der Frühzeit der Biochemie in Berlin
S. 225– 244
Susanne Köstering
Ludwig Haberlandt, ein Wegbereiter der Pille. Aus den autobiographischen Aufzeichnungen eines Hormonforschers, 1919 bis 1931
S. 245 – 260
Christina Brandt
Metapher und Wissenschaftsdynamik – Zur Forschung am Tabakmosaikvirus in Tübingen während der 1950er und frühen 1960er Jahre
S. 261– 278
Marion Kazemi
Quellen zur Biologiegeschichte im Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft
S. 279 – 294

6. Öffentlicher Abendvortrag 
Günter Tembrock
Zur Geschichte der Tierpsychologie und Verhaltensbiologie in Berlin – Impressionen und Visionen
S. 295 – 344

 

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