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Ausstellung ‘Tierillustration in Deutschland 1850 – 1950’ von Hans-Jörg Wilke

Ausstellung

Das illustrierende Tierbild prägte fast einhundert Jahre die zoologische Literatur und erlebte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Blütezeit. Neue Druck- und Reproduktionstechniken, die Gründung Zoologischer Gärten und die sich erweiternden Möglichkeiten des Reisens in fremde Erdregionen beeinflussten die Arbeit der Künstler. Die Entwicklungen auf dem Buch- und Zeitschriftenmarkt, der Aufschwung der Biologie und Reformen im Bildungssystem verlangten zudem nach immer neuen Anschauungsmitteln. Der wachsende Bedarf an Abbildungen und sich ständig ändernde Erwartungen erforderten von den Illustratoren malerisches und zeichnerisches Können sowie Ideenreichtum und Flexibilität.
Die Ausstellung „Tierillustration in Deutschland 1850 – 1950“ möchte auf ein von der Kunstgeschichte wenig beachtetes Genre aufmerksam machen und stellt einige der weitgehend unbekannten deutschen Tierillustratoren des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts vor. Im Zentrum stehen dabei das Leben und Werk der bedeutendsten Künstler. Zu ihnen gehören Robert Kretschmer, Heinrich Leutemann, Gustav Mützel, Friedrich Specht, Richard Friese, Ernst Haeckel und Wilhelm Kuhnert. Neben Kurzbiographien und Porträts werden ausgewählte Werke gezeigt.

Ausstellungseröffnung und Sommerfest der AG Biologiedidaktik Jena

Die Eröffnung der Ausstellung „ Tierillustration in Deutschland 1850 – 1950“ von Hans-Jörg Wilke findet am 6. Juni 2018 im Rahmen des Sommerfestes der Arbeitsgruppe Biologiedidaktik der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt. Aus diesem Anlass sind alle Freunde der AG am Mittwoch, den 6. Juni 2018, ab 17:30 Uhr ins Bienenhaus, Am Steiger 3, 07743 Jena, eingeladen. Der Rost brennt! Der Künstler ist anwesend.

Um Speisen und Getränke planen zu können, bitten wir bis zum 01. Juni 2018 um Rückantwort, ob Sie teilnehmen werden, an: s.golke-stiebritz@uni-jena.de

Weitere Informationen finden Sie im Flyer zur Ausstellung (→hier).

Besuch der Ausstellung

Interessenten sind herzlich eingeladen, die Ausstelung zwischen dem 06. Juni bis zum 30. November 2018 im Bienenhaus (Am Steiger 3 in 07743 Jena) jeweils montags
bis freitags von 9:00 bis 13:00 Uhr zu besuchen. Zudem sind Besichtigungstermine nach Vereinbarung möglich.

Hintergrund

Dr. Hans-Jörg Wilke promovierte 2016 in der Arbeitsgruppe Biologiedidaktik mit dem Thema „Die Tierillustration in der populärwissenschaftlichen Literatur des deutschen Sprachraums 1850 – 1950“. Im Zuge dieser Arbeit trug er über 3000 illustrierte Tierbücher zusammen, um diese miteinander zu vergleichen und in den Kontext dieser Zeit einzuordnen. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die umfassende Sammlung. Eine ausführliche Darstellung bietet ein mit mehr als 600 Abbildungen illustriertes Buch, das im Juni 2018 erscheinen wird. Es zeigt die Entwicklung der Tierillustration in Deutschland und spannt den Bogen vom starren Habitusbild über die aufwendigen, einfarbigen Holzstiche bis zum biologischen Tierbild.


Dazu auch:

Die Geschichte der Tierillustration
in Deutschland 1850 – 1950
Basilisken-Presse, Rangsdorf 2018
ISBN 978 – 3-941365 – 58-2
von HANS-JÖRG WILKE

Tagung ‘… was einem durch diese zwei Oeffnungen der Pupille fällt und die Schwingungen des Gehirns erregt – Die Zeichnungen und das Skizzenbuch Georg Forsters (1754 – 1794) der Forschungsbibliothek Gotha’

Datum  28. – 30.05.2018
Veranstalter
Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt in Verbindung mit Martin S. Fischer (Friedrich Schiller Universität Jena) und Jürgen Goldstein (Universität Koblenz-Landau)
Ort Herzog-Ernst-Kabinett / Spiegelsaal der Forschungsbibliothek Gotha auf Schloss Friedenstein in Gotha
Kontakt Petra Weigel

 

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt bewahrt eine geschlossene Bildserie von 31 zoologischen und botanischen Gemälden sowie ein Konvolut von 77 botanischen Skizzen des Naturforschers, Ethnologen, Weltumseglers, Schriftstellers, Aufklärers und Revolutionärs Georg Forster (1754 – 1794). Sie sind herausragende, unikale Zeugnisse der naturwissenschaftlichen Tätigkeit und des künstlerischen Schaffens Georg Forsters, zugleich substanzielle Überlieferungen der zweiten Weltumseglung von James Cook und zentrale Bildquellen der sich seit 1800 ausbildenden Natur- und Geisteswissenschaften. Diese zwei Spitzenstücke stehen im Mittelpunkt der Tagung, die von der Forschungsbibliothek Gotha in Kooperation mit dem Zoologen Prof. Dr. Martin S. Fischer (FSU Jena) und dem Philosophen Prof. Dr. Jürgen Goldstein (Universität Koblenz-Landau) ausgerichtet wird.

Forsters komplexes naturkundlich-ethnologisches Lebenswerk erfreut sich seit mehreren Jahren eines wachsenden Interesses, das weit über die Fachwissenschaften hinausgeht. Forster wird zunehmend in eine Reihe mit Alexander von Humboldt gestellt. Neue Zugänge zu Leben und Werk Forsters eröffnet die wissens- und kulturgeschichtliche Forschung mit ihren auf Netzwerke, Medialität, Visualität, Material und Raum ausgerichteten Perspektiven, die in den Dialog mit den Naturwissenschaften zu bringen sind. Die Tagung wird die für das zeichnerische Œeuvre Forsters zentrale Gothaer Überlieferung erstmals in den Fokus dieser aktuellen Forschungsperspektiven rücken.

 

Programm


Montag,  28. Mai 2018
14.00 Uhr Grußwort
14.15 Uhr Einführung in die Tagung
Martin S. Fischer (Jena) / Jürgen Goldstein (Koblenz-Landau) / Petra Weigel (Gotha)
14.30 – 15.30 Uhr Sammlungs- und objektgeschichtliche Perspektiven: Erwerbs-, Gebrauchs- und Rezeptionsgeschichte der Forsterzeichnungen
Petra Weigel (Gotha)
15.30 – 16.30 Uhr Blick durch’s Mikroskop: Die Restaurierung der 31 Gothaer Gouachen nach Georg Forster
Karin Eckstein / Heidi Fischer (München)
16.30 – 16.45 Uhr Pause
16.45 – 18.00 Uhr Gespräche vor Originalen – Führung durch die Ausstellung

Dienstag, 29. Mai 2018
10.00 – 11.00 Uhr Bilder und Begriffe: Geistesgeschichtliche Perspektiven auf den Zeichner und Autor Georg Forster
Jürgen Goldstein (Koblenz-Landau)
11.00 – 11.15 Uhr Pause
11.15 – 12.15 Uhr Forsters Bilder der Natur im Dialog mit Chamisso, Wallace und Darwin
Matthias Glaubrecht (Hamburg)
12.15 – 14.00 Uhr Pause
14.00 – 15.00 Uhr Forsters Bilder der Natur im Dialog mit Alexander von Humboldt
Oliver Lubrich (Bern)
15.00 – 16.00 Uhr Sehen, Empfinden, Dichten: Text- und Bildzusammenhänge im Werk Georg Forsters
Kathrin Holzapfel (Kassel)
16.00 – 16.15 Uhr Pause
16.15 – 17.15 Uhr Zeichnen als naturhistorische Praxis auf Weltreisen: Johann Reinhold und Georg Forster als Zeichner auf der zweiten Cook-Reise
Anne Mariss (Regensburg)
18.15 Uhr Abendgespräch: Zur Praxis des naturkundlichen Zeichnens – Werkstatteinblicke
Der Buchkünstler und Zeichner Christian Thanhäuser (Ottensheim) im Gespräch mit Jürgen Goldstein

Mittwoch, 30. Mai 2018
9.00 – 10.00 Uhr Angebot: Führung durch die Forschungsbibliothek
10.00 – 13.00 Uhr ERGEBNISSE UND PERSPEKTIVEN
Expertengespräch: ForsterDigital
Gäste: Frank Dührkohp (Gemeinsamer Bibliotheksverbund/Verbundzentrale GBV/VZG, Leiter Digitale Bibliothek) / Zeki Mustafa Dogan (SUB Göttingen), stellv. Leiter der Digitalen Bibliothek)
Interdisziplinäres Abschlussgespräch aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer

 

Kontakt
Petra Weigel
Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt
Schloss Friedenstein Schlossplatz 1 99867 Gotha
petra.weigel@uni-erfurt.de

Hans-Jörg Wilke
Die Geschichte der Tierillustration in Deutschland 1850 – 1950
(Acta Biohistorica 17)
ca. 500 Seiten, 24 x 29,5 cm, Hardcover mit ca. 800 Abbildungen
Basilisken-Presse, Rangsdorf 2018
ISBN:    978 – 3-941365 – 58-2

Preise u. Bestellmöglichkeit folgen nach Veröffentlichung
am 15. Juni 2018

Das demnächst in der Basilisken-Presse erscheinende Werk von Hans-Jörg Wilke erörtert ausführlich die Entwicklung der Tierillustration über den Zeitraum eines Jahrhunderts und zeigt den Weg vom starren Habitusbild über die aufwendigen, einfarbigen Holzstiche bis zum biologischen Tierbild auf. Breiten Raum nimmt der sich bei den Künstlern durchsetzende Anspruch ein, das Tier als Teil einer Landschaft aufzufassen, durch den sie die Tierillustration tiefer in die Kunst führten. Die Geschichte der Tierillustration in Deutschland 1850 – 1950’ von Hans-Jörg Wilke weiterlesen

Thomas Sterba
Die Süsswasserfische des Karl von Meidinger –
mit naturhistorischen Illustrationen aus vier Jahrhunderten
(Acta Biohistorica 18)
660 Seiten, 24 × 29,5 cm, Hardcover mit 609 Abbildungen
Basilisken-Presse, Rangsdorf 2018
ISBN:     978 – 3-941365 – 57-5
149,00 Euro [D] / 119,00 Euro (Sonderpreis bis 15.06.2018)
→ Direkt beim Verlag bestellen
→ Leseprobe

Die vorliegende Naturgeschichte konzentriert sich auf das Werk Icones piscium Austriae des österreichischen Naturforschers Karl von Meidinger (1750 – 1820), veröffentlicht in den Jahren 1785 bis 1794 in Wien, das mit 50 handkolorierten Abbildungen in Foliogröße den überwiegenden Teil der damals bekannten Fische der Donauregion vorstellt. Die Süsswasserfische des Karl von Meidinger’ von Thomas Sterba weiterlesen

Carin Grabowski
Maria Sibylla Merian zwischen Malerei und Naturforschung –
Pflanzen- und Schmetterlingsbilder neu entdeckt
430 S. m. 380 Farb- u. sw-Abb., 21 x 27 cm, Hardcover m. zwei Lesebändchen
Reimer Verlag, Berlin 2017
ISBN     978 – 3-496 – 01571-0 (Hardcover)     |   79,00 Euro [D]
→ weitere Informationen und Bestellmöglichkeit beim Verlag
→ Inhaltsverzeichnis und Leseprobe (PDF)

Die Künstlerin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian (1647 – 1717) wurde durch ihre Erkenntnisse über die Insektenmetamorphose zu einer der berühmtesten Frauen der Wissenschaftsgeschichte. In ihren Werken verband sie genaue Beobachtung und innovative Gestaltung zu einem ganz eigenen Stil. Das reich bebilderte Buch ermöglicht einen neuen Blick auf Merians Malerei. Maria Sibylla Merian zwischen Malerei und Naturforschung’ von Carin Grabowski weiterlesen

Symposium ‘Botanik & Ästhetik’

Anmeldung bis
15.08.2017
Datum 14.09. – 16.09.2017
Ort Botanischer Garten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,  Am Kirchtor 3, 06108 Halle (Saale)
Veranstalter Alexander-von-Humboldt-Professur für neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer, Institut für Geobotanik/Botanischer Garten der MLU Halle-Wittenberg, Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL)

Die Alexander-von-Humboldt-Professur für neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer veranstaltet in Kooperation mit dem Institut für Geobotanik/Botanischer Garten (beide Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und dem Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL) der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover vom 14. bis zum 16. September 2017 das Symposium Botanik & Ästhetik.

Das interdisziplinär und international ausgerichtete Symposium will in einzelnen Studien der Wechselbeziehung und den Schnittstellen zwischen Botanik und Ästhetik von der Frühen Neuzeit bis ins frühe 20. Jahrhundert nachgehen. Das Thema ist ausdrücklich im Spannungsfeld zwischen kunsttheoretischen und naturgeschichtlichen Diskursen und Fragestellungen angesiedelt und richtet sich an Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen (z.B. Botanik, Theorie und Geschichte der Gartenkunst, Kunst- und Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte, Buchwissenschaft).

Verschiedene Prozesse des Transfers, des Austausches und der Schnittstellen zwischen Botanik und Ästhetik sollen anhand von einzelnen Fallstudien medien-, epochen- und fächerübergreifend untersucht werden. Zentrale Fragen sind dabei unter anderem: Ist ein Rückgriff von Botanikern/Naturhistorikern auf ästhetische und kunsttheoretische Diskurse, Bewertungsmaßstäbe und -kriterien (beispielsweise auf kunstakademische Vorschriften, kanonische Texte der Kunsttheorie und -geschichte usw.) nachweisbar? Gibt es andererseits Beispiele dafür, dass Systeme, Ordnungskriterien und Terminologien aus der Botanik in der Ästhetik übernommen werden? Kann man von einer ‚Botanisierung‘ oder ‚Biologisierung‘ der Ästhetik‘ sprechen?

Schriftliche Quellen, Zeugnisse aus der Dichtkunst und der Naturhistorie interessieren dabei ebenso wie Bilddokumente, botanische Illustrationen, Objekte des Kunstgewerbes, Beispiele der Architektur und Architekturtheorie oder der Gartenkunst sowie der Pflanzengeographie und Pflanzenökologie, in denen ein Transfer zwischen botanischen und ästhetischen Diskursen stattfindet. Ebenso wird es Beiträge zu einzelnen Persönlichkeiten (z. B. Tournefort, Linné, Buffon, Goethe, Alexander von Humboldt, Haller, Haeckel, Willy Lange) geben.

Besucher sind herzlich eingeladen an der Veranstaltung teilzunehmen. Die Teilnahme an den Vorträgen ist kostenfrei. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung wird gebeten bis spätestens 15. August 2017. Weitere Informationen zum Symposium, etwa zu den Referenten und zum Programm, sowie organisatorische Hinweise der Veranstaltungswebsite entnommen werden.