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Call for Papers: “Nachhaltigkeit vor 1900 – auf der Suche nach Antworten auf gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen

Einsendeschluss 15.11.2017
Datum 01.03. – 02.03.2018
Ort Göttingen
Organisation Universität Göttingen, Projekt “Nachhaltigkeit als Argument”

“Nachhaltigkeit ist angesichts der heutigen umfassenden Eingriffe des Menschen in seine Umwelt ein Begriff von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung, der sich aber oftmals gegen eine eindeutige Festlegung seiner (Forschungs-)Agenda sperrt. Tatsächlich besitzt das heute verbreitete Verständnis von Nachhaltigkeit seine Wurzeln in der Vormoderne. Hiervon ausgehend fragt das interdisziplinäre Göttinger Projekt „Nachhaltigkeit als Argument“ nach den Aushandlungen von Nachhaltigkeit, ihren praktischen Umsetzungen und theoretischen Verortungen in historischen Gesellschaften vor 1900. In mehreren Einzelprojekten werden darin Handlungspraktiken, Naturwahrnehmung, Wissensentstehung und Diskurse sowie Landschaftsveränderungen in Süd- und Mitteleuropa untersucht.

Gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen sind wichtige Elemente zum historischen Verständnis von Nachhaltigkeit. Dabei findet einerseits eine Konzentration auf die naturale Umwelt des Menschen mit ihrer Ästhetik, ihren alltäglichen Erfordernissen, Einschränkungen und Gefahren sowie auf materielle Ressourcen statt, die der Mensch zu seinem Überleben benötigt, wie z.B. Nahrungsmittel, Holz und Wasser. Gesellschaftliche Herausforderungen gelten dagegen als Auslöser für Nachhaltigkeitsdiskurse, Verhaltensänderungen und neue Aushandlungen von Nachhaltigkeit.

Im Rahmen eines zweitägigen Doktorandenworkshops sollen neue Forschungsvorhaben über die gesellschaftlichen Manifestationen von Nachhaltigkeit u.a. im Sinne von kulturellen Adaptionen an die vom Menschen gestaltete naturale Umwelt und die sich darin ändernden Rahmenbedingungen diskutiert werden. Gefragt wird dabei nach historischen Nachhaltigkeitskonzepten und -überlegungen mit ihren Auswirkungen von der Antike bis zum 19. Jahrhundert sowie nach methodischen und theoretischen Ansätzen zur Erschließung dieses Forschungsgebiets.

Wir laden Doktoranden und Doktorandinnen aller Fächer ein, ihre von einer historischen Fragestellung (Zeitraum vor 1900) ausgehenden Perspektive in Göttingen zu präsentieren und mit uns zu diskutieren.

Mögliche Themenfelder des Workshops, die sich jeweils auf Nachhaltigkeit beziehen, sind:

1. „Handlungspraxis und Interaktion mit der Natur“
2. „Wissenskultur und Diskurs“
3. „Naturwahrnehmung und -erfahrung in der Literatur der Aufklärung“
4. „Landschaft und Landschaftsveränderung“

Vorschläge für 15-20-minütige Präsentationen können bis 15.11.2017 per E-Mail an ansgar.schanbacher@phil.uni-goettingen.de gerichtet werden und müssen folgende Informationen enthalten:

– Titel des Beitrags
– Abstract (max. 300 Wörter)
– kurzer CV

Eine Rückmeldung über die Beitragsannahme erfolgt bis Anfang Dezember 2017.

Tagungssprache ist Deutsch, Beiträge können aber auch in englischer Sprache eingereicht werden. Für Personen, die von ihrer eigenen Institution keine Kostenerstattung erhalten, können voraussichtlich Zuschüsse für Reisekosten und Übernachtung gewährt werden.”