DGGTB-Gründungsmitglied Dr. Hermann Josef Roth 80 Jahre

 

Entgegen seiner Gewohnheit konnte er der öffentlichen Feier seines Geburtstages diesmal nicht ausweichen. Fast zeitgleich wollte die Stadt Montabaur eine wissenschaftliche Studie über den Parlamentarier Heinrich Roth, den Vater von Dr. Hermann Josef Roth, der Öffentlichkeit vorstellen. Im Hinblick auf seine wissenschaftlichen Beiträge zur regionalen Naturkunde und sein Engagement im Naturschutz erweiterte man die Buchpräsentation um eine Geburtstagsfeier.

Im vollbesetzten historischen Rathaussaal begrüßte Frau Gabi Wieland, Stadtbürgermeisterin und Landtagsabgeordnete, als Festredner Frau Christine Lieberknecht, Ministerpräsidentin a. D. des Freistaates Sachsen, und Hendrik Hering, Präsident des Landtages Rheinland-Pfalz. Beide legten den Schwerpunkt ihrer Ausführungen auf die Bedeutung des Ehrenamtes. Die Vorträge sollen später veröffentlicht werden.

Christine Lieberknecht, Ministerpräsidentin a.D. des Freistaates Thüringen, und Dr. Hermann Josef Roth im Historischen Rathaus zu Montabaur (Foto privat | Fotografin: Gisela Ewert-Rings, Bonn)

Der Moderator, Herbert Baum, Bürgermeister a. D. von Nassau/Lahn, verband die Vorstellung der Gäste – unter ihnen für die DGGTB Frau Dr. Katharina Schmidt-Loske – mit Hinweisen, die z. T. auch wissenschaftsgeschichtlich nicht ohne Belang sein dürften. Da hieß es u. a.:

Das alte Herzogtum Nassau hat sehr früh und energisch Kulturpolitik betrieben. In diesem günstigen Klima hat sich in der Landeshauptstadt Wiesbaden schon 1812 der Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung etabliert. Sein Vositzender Dr. Rolf Faber darf sich unter uns wie daheim fühlen, sind doch viele der Anwesenden [ … ] Leser der “Nassauischen Annalen”. Ihm zur Seite sehen wir Herrn Prof. Dr. Klaus Eiler vom Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden. Er ist Vorsitzender der Historischen Kommission der Nassau, der auch Dr. Roth angehört. [ … ] Auch die Naturwissenschaften wurden im Herzogtum Nassau und in den Preußischen Rheinlanden hoch geschätzt. Wir dürfen die Repräsentanten dieser bis heute aktiven wissenschaftlichen Gesellschaften begrüßen: Dr. Helmut Arnold vom Nassauischen Verein für Naturkunde (gegr. 1829), Dr. Jürgen Ott von der Pollichia (gegr. 1840) und Prof. Dr. Eberhard Fischer [ … ] Vorsitzender des Naturhistorischen Vereins der Rheinlande und Westfalens in Bonn (gegr. 1843).“

Letzterer sorgte mit einer kurzen Wortmeldung für eine Überraschung besonderer Art. Der Verein, die älteste naturwissenschaftliche Gesellschaft der Rheinlande, habe auf Ihrer Feier zum 175jährigen Bestehen im Museum Koenig zu Bonn Roth zum Ehrenmitglied gewählt. Außerdem sei soeben eine ostafrikanische Orchideenart nach dem Jubilar benannt worden.

Dieser stattete seinen Dank in origineller Weise ab, indem er nämlich in Wort und Bild jener Persönlichkeiten gedachte, die ihn auf seinem Lebensweg begleitet und gefördert hätten − ein lebendiges Stück Wissenschaftsgeschichte.

Evelyn Massing, PTA